Vier Tage nach Einführung des deutschen Tankrabatts am 1. Oktober sind die Kraftstoffpreise bereits wieder gestiegen – ein Liter Super E10 kostete am Sonntag im bundesweiten Durchschnitt 2,137 Euro, 2,3 Cent mehr als zum Rabattstart; Diesel lag bei 2,253 Euro, ein Plus von 0,9 Cent.

Der ADAC bezeichnet den Anstieg als „schwer nachvollziehbar", da sich weder Ölpreis noch Euro-Dollar-Wechselkurs nennenswert verändert hätten. Der Steuernachlass beträgt 16,7 Cent pro Liter, eine Pflicht zur Weitergabe an Verbraucher besteht für Tankstellen jedoch nicht.

Zuvor hatte der September Rekordpreise gebracht: Super E10 erreichte am 3. September 2,22 Euro pro Liter, Diesel am 17. September sogar 2,47 Euro – beides historische Höchststände laut ADAC.

Die hohen Preise treiben offenbar den Wechsel zur Elektromobilität voran. Im September wurden 88.599 vollelektrische Pkw neu zugelassen – ein Anteil von 34,5 Prozent aller Neuzulassungen. Benziner brachen um fast 30 Prozent ein, Diesel um mehr als 20 Prozent. Zusätzlichen Schub gibt eine staatliche E-Auto-Prämie, die laut Bundesumweltminister Carsten Schneider bereits an 100.000 Haushalte ausgezahlt wurde.

In Italien läuft ein staatlicher Dieselrabatt von 6,1 Cent pro Liter aus. Konzerne wie Eni, Q8 und Tamoil halten freiwillig Preisobergrenzen – Diesel maximal 2,19 Euro, Benzin 1,99 Euro – zunächst für 30 Tage aufrecht, nachdem Ministerpräsidentin Meloni dazu aufgerufen hatte.