Die IG Metall setzt Volkswagen unter Druck: Die Tarifkommission beschloss einstimmig, eine Gesprächsklausel aus dem Zukunftstarifvertrag von Dezember 2024 zu ziehen – ein Instrument, das den Konzern verpflichtet, an den Verhandlungstisch zu kommen. Volkswagen erklärte sich daraufhin gesprächsbereit. Die Gespräche sollen noch bis Ende September stattfinden.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob VW seine Zusagen aus dem damaligen Tarifabschluss einhält. Konkret geht es um zugesagte Investitionen in neue Modelle, Zukunftsprodukte und moderne Produktionsverfahren. Der Kompromiss von 2024 war hart erkämpft: Nach Warnstreiks und wochenlangen Verhandlungen kurz vor Weihnachten stimmten die Beschäftigten dem Abbau von 35.000 Jobs in Deutschland bis 2030 zu – im Gegenzug verzichtete VW auf betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen. Dieser Vertrag läuft bis Ende 2030.
Auslöser der neuen Eskalation ist der Sanierungsplan, dem der Aufsichtsrat Anfang September einstimmig zustimmte. Er sieht den Abbau von 50.000 Stellen weltweit vor, davon die Hälfte in Deutschland, sowie die Schließung von vier deutschen Werken. Das Ziehen der Klausel kündigt den Tarifvertrag nicht – die Beschäftigungssicherung bleibt bestehen.
IG Metall zwingt VW-Vorstand per Tarifklausel an den Gesprächstisch
Warum das wichtig ist
Für die rund 25.000 Beschäftigten an bedrohten deutschen VW-Standorten entscheiden die Gespräche bis Ende September, ob die 2024 erkauften Jobgarantien tatsächlich halten.