Der Iran-Krieg treibt die Gaspreise in Europa auf den höchsten Stand seit mehr als dreieinhalb Jahren. Das Vergleichsportal Verivox warnt: Privathaushalte müssen sich auf deutlich höhere Rechnungen einstellen.

Verivox-Energieexperte Thorsten Storck rechnet zum Jahreswechsel mit Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent für Bestandskunden. Neukundenpreise reagieren schneller auf den Großhandel – sie sind seit Februar bereits um über ein Drittel gestiegen. Bestandstarife folgen langsamer, aber der Druck wächst. Dazu kommt ein weiteres Problem: Die deutschen Gasspeicher sind derzeit nur zu knapp 55 Prozent gefüllt – im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt rund 74 Prozent. EU-weit liegt der Schnitt bei etwa 67 Prozent, ebenfalls deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Hintergrund ist neben dem Krieg die Sperrung der Straße von Hormus, die das weltweite Angebot an Flüssigerdgas – also per Schiff transportiertem Gas – reduziert hat. Malte Küper vom Institut der deutschen Wirtschaft betont, Deutschland sei besonders verwundbar, weil seine Wirtschaft stärker als die vieler anderer Länder von Erdgas abhängt und die EU nahezu vollständig auf Importe angewiesen ist.