Im ersten Halbjahr 2026 haben 12.812 Unternehmen in Deutschland Insolvenz beantragt – 6,7 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Das ist der höchste Stand seit 2013, als 13.253 Fälle gemeldet wurden. Die Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt.

Besonders hart trifft es drei Branchen: Im Verkehrs- und Lagereigewerbe meldeten 71,6 von 10.000 Betrieben Zahlungsunfähigkeit, im Gastgewerbe waren es 59,6 und im Baugewerbe 53,4. Die Gläubiger – also Unternehmen oder Personen, denen Geld geschuldet wird – fordern insgesamt rund 18,5 Milliarden Euro zurück. Auch Verbraucherinsolvenzen stiegen: 38.932 Privatpersonen beantragten in den ersten sechs Monaten Insolvenz, ein Plus von 2,4 Prozent.

Für August meldet das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) einen Rückgang der Firmenpleiten um zehn Prozent. Doch IWH-Experte Steffen Müller warnt: In den größten insolventen Unternehmen waren im August mehr als 16.000 Jobs betroffen – doppelt so viele wie im Schnitt der Vorkrisenjahre. Müller nennt die Entwicklung »eher eine Verschnaufpause als eine Entwarnung«.