Die Bundesnetzagentur gibt Entwarnung zur Gasversorgung im Winter – doch gleichzeitig warnen Experten vor deutlich höheren Preisen. Behördenchef Klaus Müller erklärte, bereits jetzt sei mehr Gas eingespeichert als im gesamten letzten Winterhalbjahr verbraucht wurde. Zudem bleibe noch Zeit für weitere Einspeicherungen.
Allerdings liegen die deutschen Speicher derzeit nur bei rund 55 Prozent Füllstand – deutlich unter dem gesetzlichen Zielwert von 70 Prozent zum 1. November und weit unter dem Vorjahreswert von knapp 74 Prozent. Die Bundesnetzagentur verweist deshalb auf neue Flüssigerdgas-Terminals (LNG) an der deutschen Küste, über die Gas schnell vom Weltmarkt nachgeliefert werden kann, sowie auf Pipelines aus Norwegen.
Haupttreiber der Preisentwicklung ist der Iran-Krieg: Nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran stieg der europäische Großhandelspreis auf den höchsten Stand seit mehr als dreieinhalb Jahren. Verivox-Energieexperte Thorsten Storck erwartet deshalb Preiserhöhungen von 10 bis 20 Prozent zum Jahreswechsel. Neukundenpreise sind seit Februar bereits um über ein Drittel gestiegen.
Gasspeicher zu 55 Prozent gefüllt – Gaspreise könnten um 20 Prozent steigen
Warum das wichtig ist
Wer einen Bestandskundentarif hat, muss laut Verivox früher oder später mit Erhöhungen von bis zu 20 Prozent rechnen – bei einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh wären das mehrere Hundert Euro mehr pro Jahr.