Der globale Anleihenmarkt – mit rund 145 Billionen Dollar etwa so groß wie alle Aktienmärkte zusammen – sendet alarmierende Signale. Anleiherenditen (also die effektiven Zinsen, die Staaten für ihre Schulden zahlen müssen) steigen weltweit auf Stände, die zuletzt vor der Finanzkrise 2008 erreicht wurden.
In den USA nähert sich die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen der Fünf-Prozent-Marke. Bei einer Staatsverschuldung von über 40 Billionen Dollar kostet allein der Zinsdienst bereits rund 1,2 Billionen Dollar jährlich. Gleichzeitig plant die US-Regierung eine Direktzahlung von 5.000 Dollar an jeden erwachsenen Amerikaner – das entspräche weiteren 1,2 Billionen Dollar Ausgaben. Anleihehändler reagieren besorgt, weil ein konkreter Plan zur Schuldenbegrenzung fehlt.
Der Druck beschränkt sich nicht auf die USA. Japans dreißigjährige Anleihe markierte ein Allzeithoch von über 4,15 Prozent, britische Gilts liegen bei über 5,2 Prozent, deutsche Bundesanleihen auf dem höchsten Stand seit 2011. Der Bloomberg-Index für globale Staatsanleihen steht bei 3,72 Prozent – dem höchsten Wert seit Mitte 2008.
Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs – globaler Schuldenmarkt unter Druck
Warum das wichtig ist
Steigende Staatsanleiherenditen verteuern direkt Hypotheken und Unternehmenskredite – wer heute einen Immobilienkredit aufnimmt, zahlt spürbar mehr als noch vor drei Jahren.