Iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus – der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman – haben den Preis für Nordseeöl der Sorte Brent am Dienstag auf bis zu 111,05 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) getrieben, den höchsten Stand seit Mai.

Besonders dramatisch: Die wöchentlichen Ölausfuhren durch die Straße von Hormus brachen laut dem Datendienstleister Kpler von mehr als 20 Millionen auf 8,5 Millionen Barrel pro Tag ein – ein Rückgang von über 57 Prozent. Zusätzlich greifen die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen aus dem Jemen saudi-arabische Ölanlagen an.

Rohstoffexperte Hamad Hussain vom Analysehaus Capital Economics warnt: „Die Risiken für die Ölpreise sind eindeutig nach oben gerichtet." Eine weitere Eskalation könnte das globale Ölangebot zusätzlich verknappen.

Trumps Lockerung der Russland-Sanktionen – verbunden mit geplanten Diesellieferungen von zunächst 2,3 Millionen Barrel noch in diesem Monat – dämpfte die Preise zwischenzeitlich, reichte aber nicht aus, um den Aufwärtstrend zu brechen. Analysten zweifeln an einer nachhaltigen Entspannung.

Steigende Energiepreise schüren Inflationssorgen und erhöhen den Druck auf die US-Notenbank Fed, die Zinsen länger hochzuhalten. An den Terminmärkten wird eine Zinserhöhung im Dezember mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist.