Wer in Deutschland ein Haus kaufen will, zahlt so viel wie seit der Finanzkrise nicht mehr: Die durchschnittlichen Zinsen für zehnjährige Immobilienkredite haben laut dem Finanzierungsvermittler Interhyp knapp 4,5 Prozent erreicht. Damit übertreffen sie auch das bisherige Zinshoch von Ende 2023.
Der Anstieg verlief rasant. Im März lagen die Zinsen noch bei 3,6 Prozent, im Mai bei 3,9 Prozent – seither ging es steil nach oben. Als Hauptursache nennt Interhyp-Chef Jörg Utecht das Wiederaufflammen des Iran-Konflikts, der Inflationssorgen schürt. Die Europäische Zentralbank (EZB) – die Notenbank, die den Leitzins für den Euroraum festlegt – reagierte mit Zinserhöhungen, um die Teuerung zu bremsen. Das verteuert automatisch auch Baukredite.
Zwar sind Immobilienpreise noch nicht wieder auf den Höchstständen von 2021/2022. Doch dieser Vorteil verpufft schnell: Laut Utecht kostet der jüngste Zinsanstieg bei einer typischen Finanzierung fast 200 Euro mehr pro Monat. Bundesbank-Daten bestätigen, dass ähnlich hohe Zinsen zuletzt 2009 gemessen wurden.
Bauzinsen klettern auf 4,5 Prozent – höchster Stand seit 2009
Warum das wichtig ist
Wer heute einen Kredit über 400.000 Euro aufnimmt, zahlt monatlich rund 200 Euro mehr als noch vor wenigen Monaten – das entspricht über 2.400 Euro zusätzlich pro Jahr.