Die Stimmung unter deutschen Finanzexperten trübt sich ein. Das ZEW-Barometer für Konjunkturerwartungen – ein monatlicher Index, der die Einschätzungen von 178 Investoren und Analysten bündelt – sank im Oktober um 6,6 Punkte auf 28,1 Zähler. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 30,0 Punkte erwartet. Es ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge.

ZEW-Präsident Achim Wambach nennt den Grund: Hohe Energiepreise drücken die Realeinkommen, erhöhen Produktionskosten und halten die Inflation auf einem erhöhten Niveau. Tatsächlich stiegen die Verbraucherpreise im September um 3,3 Prozent – so stark wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Rekordpreise für Benzin, Diesel und Heizöl treiben die Teuerung. Die Bundesbank warnt in ihrem aktuellen Monatsbericht, dass sich solche Preisschocks erst allmählich auf den gesamten Warenkorb auswirken und die Rückkehr zur Zwei-Prozent-Zielmarke noch einige Zeit dauern werde.

Die aktuelle Wirtschaftslage bewerten die Befragten dagegen besser: Dieses Teilbarometer legte um 11,2 Punkte zu – bleibt mit minus 35,9 Punkten aber weiterhin im negativen Bereich.