Gleich zwei große Notenbanken haben ihren Leitzins angehoben, während der Iran-Krieg die Energie- und Erzeugerpreise weltweit in die Höhe treibt.

Die US-Notenbank Fed erhöhte ihren Leitzins erstmals seit 2023. Fed-Chef Kevin Warsh signalisierte dabei weitere Anhebungen – möglicherweise bereits im Oktober oder Dezember. Die Entscheidung richtet sich ausdrücklich gegen Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach niedrigeren Zinsen.

Die japanische Zentralbank (Bank of Japan) zog nach und hob ihren Leitzins von 1,0 auf 1,25 Prozent an – den höchsten Stand seit 31 Jahren. Zwei von neun Ratsmitgliedern stimmten dagegen, was Zweifel an der Entschlossenheit der BoJ für weitere Zinsschritte weckte. Der Yen schwächte sich daraufhin auf über 157 Yen je Dollar ab.

In Deutschland zeigen die Folgen des Iran-Kriegs deutliche Spuren in den Preisstatistiken: Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen im August um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr – stärker als von Analysten erwartete 3,9 Prozent. Energiepreise legten dabei um 8,3 Prozent zu, Mineralölerzeugnisse sogar um 40,5 Prozent.

Auch die Dienstleistungspreise zogen an: Laut Statistischem Bundesamt stiegen sie im zweiten Quartal 2026 um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark traf es den Seefrachtverkehr, dessen Preise um 20,7 Prozent kletterten – ausgelöst durch die Blockade der Straße von Hormus.