Beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Koalition mit der SPD offen unter Druck gesetzt. Er wolle das Bündnis nicht um jeden Preis fortführen: „Es gibt auch für mich Grenzen", sagte der CDU-Chef vor dem Parteinachwuchs.

Konkreter Streitpunkt ist die Rentenreform. Merz besteht darauf, die Vorschläge der Rentenkommission vollständig umzusetzen – also ohne Abstriche. Das schließt die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren ein, die bisher Frühverrentung ohne Abzüge ermöglicht. Dagegen gibt es Widerstand in der SPD. Merz will noch in diesem Jahr einen Kabinettsbeschluss, die erste Bundestagslesung soll vor dem Jahreswechsel stattfinden. Einen Koalitionsbruch schloss er dennoch aus.

Gleichzeitig grenzte sich Merz scharf von der AfD ab: Wer CDU-Mitglied AfD-Kandidaten in Staatsämter wähle, habe in der Partei „nichts zu suchen". SPD und Grüne warnte er vor Sondierungsgesprächen mit der Linken in Berlin. Ohne sichtbare Reformen bis zur nächsten Bundestagswahl sieht Merz keine Wahlchancen für die Union.