Trade Republic expandiert erneut: Der Berliner Neobroker hat in Liechtenstein einen eigenen Lebensversicherer gegründet. Die Justinian Versicherungs AG – ursprünglich Trade Republic Assurance AG – erhielt vor wenigen Tagen ihre Zulassung. Klassische Policen wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind laut Finanzkreisen nicht geplant.
Der Versicherungsmantel dient offenbar einem konkreten Ziel: dem Altersvorsorgedepot, das ab 2027 staatlich geförderte Geldanlage in Aktien-ETFs ermöglicht. Über die Standardvariante hinaus plant Trade Republic demnach eine dritte Option mit Beitragsgarantie – der Anbieter sichert dabei 80 oder 100 Prozent des eingezahlten Kapitals ab. Diese Variante soll anders als die beiden kostenlosen Depotoptionen Gebühren kosten, weil Trade Republic als Versicherer das Verlustrisiko selbst trägt.
Genau diese Nulltarif-Strategie zieht Kritik auf sich. Wolfram Erling von Union Investment warnte öffentlich: Wer keine Gebühren verlange, gefährde die Finanzierung unabhängiger Beratung. Zudem stellte er die wirtschaftliche Tragfähigkeit solcher Angebote infrage – und warnte vor Lockangeboten, bei denen Kosten später steigen könnten.
Trade Republic gründet Lebensversicherer für gefördertes Altersvorsorgedepot
Warum das wichtig ist
Wer ab 2027 das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot nutzen will, kann bei Trade Republic zwischen einer kostenlosen ETF-Variante und einer gebührenpflichtigen Variante mit Kapitalgarantie wählen.