Die Inflation in Deutschland ist im Oktober auf 2,8 Prozent gesunken – nach 3,3 Prozent im September –, getrieben vor allem durch den seit 1. Oktober geltenden Tankrabatt, der die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter senkt.

Der Rückgang fiel stärker aus als erwartet: Ökonomen hatten 3,0 Prozent prognostiziert. Energie blieb mit plus 12,2 Prozent der stärkste Preistreiber, verlor aber gegenüber September (14,9 Prozent) an Schwung. Lebensmittel verteuerten sich nur um 0,4 Prozent, Dienstleistungen um 2,5 Prozent.

Die Entlastung ist zeitlich begrenzt: Der Tankrabatt läuft Ende Dezember aus. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnt, die Inflation werde zur Jahreswende wohl wieder über drei Prozent steigen, weil gestiegene Energiekosten schrittweise andere Güter und Dienstleistungen verteuern.

Parallel dazu fordert ein breites Bündnis aus Energie-, Wirtschafts- und Verbraucherverbänden die Bundesregierung in einem offenen Brief auf, die Stromsteuer dauerhaft auf das EU-Mindestmaß zu senken. Verbraucherzentrale-Vorständin Ramona Pop kritisiert, das Versprechen sei bereits zweimal gebrochen worden – das koste Vertrauen.

Günstigerer Strom würde laut Verbänden nicht nur Millionen Haushalte entlasten, sondern auch Anreize für klimafreundliche Technologien wie Wärmepumpen und Elektroautos setzen.