Das Ifo-Institut korrigiert seine Erwartungen für den deutschen Wohnungsbau deutlich nach unten. Für 2027 und 2028 rechnen die Münchner Wirtschaftsforscher jeweils mit nur noch 195.000 fertiggestellten Wohnungen – statt bisher 205.000 beziehungsweise 215.000. Grund: gestiegene Baukosten, unter anderem als Folge des Irankriegs, wie Ifo-Bauexperte Ludwig Dorffmeister der „Augsburger Allgemeinen" erklärte.

Schon 2026 erreicht der Wohnungsbau ein 15-Jahres-Tief. Nur 185.000 Einheiten werden fertiggestellt – 20.000 weniger als 2025. Drei Faktoren belasten den Sektor seit 2022: höhere Baupreise, teurere Finanzierungszinsen und deutlich weniger staatliche Förderung. Der vom Bund eingeführte „Bau-Turbo" – ein Programm zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren – ändert daran wenig. GdW-Präsident Axel Gedaschko stellt klar: Schnellere Genehmigungen lösen nicht das eigentliche Problem, nämlich dass sich viele Projekte zu bezahlbaren Mieten nicht finanzieren lassen.

Die Lücke zur tatsächlichen Nachfrage bleibt riesig. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung beziffert den jährlichen Bedarf bis 2030 auf rund 320.000 Wohnungen.