Der anhaltende Iran-Krieg und Trumps angekündigter „Wirtschaftskrieg" gegen Teheran lassen die Spritpreise in Deutschland auf Rekordnähe klettern: E10 kostete laut ADAC zuletzt im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,165 Euro je Liter – nur wenige Cent unter dem Allzeithoch von 2,203 Euro aus dem März 2022.
Rohöl der Referenzsorte Brent verteuerte sich seit Anfang August kontinuierlich auf rund 94 Dollar je Barrel – etwa 20 Dollar mehr als vor Kriegsbeginn. Grund ist die anhaltende Unsicherheit rund um die Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg rund ein Viertel des weltweit verschifften Öls floss; der Schiffsverkehr dort liegt weiterhin weit unter dem Vorkriegsniveau.
Diesel kostet aktuell im Schnitt 2,260 Euro je Liter. Ökonom Thomas Puls vom Institut der deutschen Wirtschaft erklärt den jüngsten Anstieg damit, dass der Markt nach dem Rahmenabkommen Mitte Juni einen baldigen Frieden eingepreist hatte – dieser Optimismus sei nun verflogen.
Zusätzlich zum Ölpreis treibt Niedrigwasser am Rhein die Transportkosten und damit die Preise an den Zapfsäulen weiter hoch.
Der ADAC warnt, 2026 könnte das bislang teuerste Tankjahr überhaupt werden. Finanzminister Lars Klingbeil und fünf europäische Kollegen fordern in einem Brief an die EU-Ratspräsidentschaft eine Übergewinnsteuer auf die gestiegenen Gewinne der Ölkonzerne.
Iran-Krieg und Niedrigwasser treiben Spritpreise an Rekordhoch
Warum das wichtig ist
Wer regelmäßig tankt, zahlt bereits jetzt fast so viel wie nie zuvor – und muss sich auf weitere Preissteigerungen einstellen, solange der Iran-Konflikt ungelöst bleibt.