Steigende Energiepreise infolge des Nahostkonflikts haben die deutsche Inflationsrate im September auf 3,3 Prozent getrieben – den höchsten Stand seit Dezember 2023.
Haupttreiber ist Energie: Kraftstoffe und Haushaltsenergie kosteten im September 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auslöser sind Sorgen um die globale Ölversorgung wegen des Iran-Konflikts und der Huthi-Miliz an der Meerenge von Bab al-Mandab; der Brent-Ölpreis stieg zeitweise deutlich über 100 Dollar je Barrel.
Andere Preisbereiche stiegen deutlich moderater: Nahrungsmittel verteuerten sich nur um 0,4 Prozent, Dienstleistungen um 2,7 Prozent. Die Kerninflation – also die Teuerung ohne Energie und Lebensmittel – blieb stabil bei 2,4 Prozent.
Ökonomen warnen dennoch: Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer spricht von einer sich „verfestigenden" Inflation; ZEW-Forscher Friedrich Heinemann sieht erhöhte Raten als drohenden „Dauerzustand".
An den Finanzmärkten reagierten Anleger nervös: Der DAX schloss am Mittwoch 0,8 Prozent tiefer bei 25.199 Punkten und verzeichnete im September ein Monatsminus von vier Prozent. Auch US-Anleiherenditen erreichten Höchststände seit fast 25 Jahren – 30-jährige Staatsanleihen notierten bei bis zu 5,62 Prozent.
In den USA verharrte das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, der PCE-Index, im August bei 3,4 Prozent.
Hohe Ölpreise treiben Inflation auf 3,3 Prozent und belasten DAX
Warum das wichtig ist
Wer tankt, heizt oder Kredite bedient, spürt den Preisdruck direkt – und eine baldige Entlastung ist laut Ökonomen nicht in Sicht.