Deutschlands Gasspeicher sind zum 17. August nur zu 50,06 Prozent gefüllt – deutlich weniger als die knapp 67 Prozent im Vorjahreszeitraum – und Experten warnen vor steigenden Gaspreisen im kommenden Winter.
Hauptursache für die niedrigen Füllstände ist der Iran-Krieg: Die blockierte Straße von Hormus – eine für den globalen Öl- und Gastransport zentrale Meerenge – verteuert Einkaufspreise so stark, dass Händler derzeit kaum Anreize haben, Reserven aufzubauen.
Der gesetzlich vorgeschriebene Füllstand von 80 Prozent bis zum 1. November gilt laut dem Branchenverband FNB-Gas als praktisch unerreichbar – selbst bei maximaler Einspeicherung von 1,2 TWh pro Tag.
Verbraucherschützerin Ramona Pop (vzbv) warnt: Niedrige Speicherstände könnten die Energiepreise in der Heizsaison weiter in die Höhe treiben. Laut Vergleichsportal Verivox sind Neukundenpreise bereits von rund acht auf zehn Cent pro Kilowattstunde gestiegen – für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Jahresverbrauch bedeutet das rund 400 Euro Mehrkosten.
Pop rät Gaskunden, ihren Vertrag auf Preisbindung zu prüfen und Angebote zu vergleichen. Auch Verivox empfiehlt einen Anbieterwechsel, da günstige Neuverträge derzeit noch unter dem Preisniveau vieler Bestandsverträge liegen.
Die Linke fordert Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf, die staatlichen Energiekonzerne Sefe und Uniper für die Speicherbefüllung einzusetzen.
Halbvolle Gasspeicher treiben Energiepreise – Verbraucher unter Druck
Warum das wichtig ist
Wer seinen Gasvertrag jetzt prüft und gegebenenfalls wechselt, kann sich vor drohenden Preiserhöhungen im Herbst und Winter schützen.