Deutschlands Erdgasspeicher sind zum 1. November nur zu rund 61 Prozent gefüllt – das ist ein historischer Tiefstand für diesen Zeitpunkt. Die gesetzliche Vorgabe liegt bei rund 70 bis 71 Prozent; die meisten Speicher müssten eigentlich zu 80 Prozent voll sein, sechs Anlagen zu mindestens 45 Prozent.

Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller hält die Versorgung dennoch für stabil. Deutschland verfüge inzwischen über Flüssiggas-Terminals, die Lücken schließen könnten. Gleichzeitig warnt er klar: Gas sei „erheblich teurer geworden". Die Initiative Energien Speichern (INES), die über 90 Prozent der deutschen Speicherkapazitäten vertritt, sieht das kritischer: Bei einem extrem kalten Winter könnten demnach erhebliche Engpässe entstehen.

Aus Italien kommt zusätzlicher Druck. Das Land hat seine Speicher Ende Oktober zu fast 91 Prozent gefüllt und dafür rund 300 Millionen Euro ausgegeben. Alessandro Noce vom italienischen Energieministerium wirft Deutschland vor, durch späte Gaseinkäufe die Marktpreise in ganz Europa nach oben zu treiben – was Italien nun doppelt belastet.