Wer in Deutschland gerade ein Haus oder eine Wohnung finanzieren will, zahlt so viel wie seit rund 15 Jahren nicht mehr. Laut einer Auswertung des Verbraucherportals Finanztip vom 25. Oktober 2026 liegen die Bauzinsen bei fünf und zehn Jahren Zinsbindung bei 4,4 Prozent, bei 15 Jahren bei 4,7 Prozent und bei 20 Jahren bei 4,9 Prozent pro Jahr.
Die Folgen sind konkret spürbar. Wer 300.000 Euro aufnimmt und mit zwei Prozent anfänglicher Tilgung – also dem jährlichen Rückzahlungsanteil – kalkuliert, zahlt bei 4,4 Prozent monatlich rund 1.600 Euro. Vor nicht allzu langer Zeit, bei einem Zinssatz von 3,6 Prozent, wären es 1.400 Euro gewesen. Das macht 200 Euro mehr im Monat, also 2.400 Euro im Jahr – ohne Kaufnebenkosten oder Sanierungsaufwand.
Besonders hart trifft es Eigentümer, deren alte Zinsbindung gerade ausläuft. Wer seinen Kredit in den 2010er-Jahren zu ein bis zwei Prozent abschloss, muss bei der Anschlussfinanzierung nun ein Vielfaches zahlen. Gleichzeitig stockt der Wohnungsneubau, während die Mieten weiter steigen.
Bauzinsen erreichen 4,9 Prozent – Kaufen wird deutlich teurer
Warum das wichtig ist
Bei einem typischen Darlehen über 300.000 Euro kostet der aktuelle Zinssatz gegenüber früheren Konditionen bis zu 2.400 Euro mehr pro Jahr – das entspricht einem zusätzlichen Monatsbeitrag von 200 Euro.