Punkt Mitternacht haben Beschäftigte der deutschen Metall- und Elektroindustrie die Arbeit niedergelegt. Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht – der vertraglich vereinbarten Streikpause während laufender Verhandlungen – begannen die ersten Warnstreiks, unter anderem beim Weißblechhersteller ThyssenKrupp Rasselstein in Andernach. Rund 300 Beschäftigte der Nachtschicht versammelten sich dort vor dem Werkstor. Auch beim Münchner Mobilfunkzulieferer RF 360 Europe/Qualcomm gab es nächtliche Aktionen.
Die IG Metall verhandelt für rund 3,7 Millionen Beschäftigte in Branchen wie Autobau, Maschinenbau, Elektronik und Metallerzeugung. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn bei zwölf Monaten Laufzeit sowie Jobsicherung. Die Arbeitgeber boten bislang eine Einmalzahlung plus 1,3 Prozent Lohnerhöhung ab Juli 2028 an – ein Angebot, das unterhalb der Inflation liegt. Sie begründen das mit der schwierigen Wirtschaftslage und hohen Kostenbelastungen.
Gewerkschaftschefin Christiane Benner kündigte bereits „starke Warnstreiks" an, weil das Arbeitgeberangebot in den Betrieben nur Unverständnis und Wut ausgelöst habe. In der kommenden Woche sollen die Aktionen auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden.
IG Metall startet Warnstreiks – 3,7 Millionen Beschäftigte betroffen
Warum das wichtig ist
Wer in der Metall- oder Elektroindustrie arbeitet, muss in den nächsten Tagen mit Arbeitsniederlegungen im eigenen Betrieb rechnen – die Streiks weiten sich ab sofort bundesweit aus.