Am Samstag gingen in Frankreich laut Innenministerium mindestens 320.000 Menschen auf die Straße. Allein in Paris demonstrierten 70.000 Menschen. Die Teilnehmerzahl lag damit unter den Werten der Vorwochen: Am Samstag zuvor waren es 410.000, am 17. Oktober sogar 550.000 gewesen.

Die Protestbewegung richtet sich gegen hohe Lebenshaltungskosten und Mängel im Bildungssystem. Studenten, Gewerkschaften und Teile der früheren Gelbwesten-Bewegung beteiligten sich. Innenminister Laurent Nuñez meldete am Abend 520 Festnahmen. In Lyon und Toulouse setzte die Polizei Tränengas ein, auch in Marseille kam es zu Spannungen. Die Proteste begannen Ende September und weiteten sich aus, als die Minderheitsregierung von Präsident Macron die Haushaltsverhandlungen für 2027 aufnahm.

Als Reaktion kündigte die Regierung Investitionen an: bis 2030 vier Milliarden Euro für die Schulsanierung sowie eine Milliarde Euro für Universitäten bis 2029. Das Problem: Frankreichs Staatsschulden liegen bereits bei rund 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – dem Verhältnis von Schulden zur jährlichen Wirtschaftsleistung. Mehrere Ratingagenturen bewerten Frankreichs Finanzperspektive negativ.