Steigende Öl- und Gaspreise setzen Verbraucher, Unternehmen und Finanzmärkte gleichermaßen unter Druck – ausgelöst vor allem durch Spannungen im Nahen Osten und kritisch niedrige deutsche Gasspeicherstände.
Deutschlands Gasspeicher sind mit rund 54 Prozent so schwach gefüllt wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren. Im Vorjahr lag der Füllstand zur gleichen Zeit bei 67 Prozent, 2024 sogar bei 95 Prozent. Das gesetzlich vorgeschriebene Ziel von 80 Prozent zum 1. November ist nach Einschätzung des Branchenverbands INES kaum noch erreichbar. Einzelne Speicher – darunter Wolfersberg, Breitbrunn und Inzenham-West – werden ihre Vorgaben laut Bundeswirtschaftsministerium definitiv verfehlen.
Der Iran-Konflikt verschärft die Lage: Die Straße von Hormus – eine Schlüsselroute für Öltanker – verzeichnet den niedrigsten Schiffsverkehr seit Mai. Brent-Rohöl nähert sich der 100-Dollar-Marke, Goldman Sachs hält sogar 120 Dollar für möglich. Der europäische Gas-Future stieg zeitweise um drei Prozent auf 75,60 Euro.
Die Folgen sind international spürbar: In China zogen die Erzeugerpreise im August um 3,8 Prozent an – nach 3,5 Prozent im Juli –, die Verbraucherpreise stiegen um 0,8 Prozent. In Deutschland drosselten Unternehmen ihre Produktion im Juli um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Der DAX schloss unter dem Druck der Energiepreise bei rund 26.006 Punkten, knapp über der psychologisch wichtigen 26.000-Punkte-Marke.
Energiepreise unter Druck: Gas, Öl und Inflation belasten Europa
Warum das wichtig ist
Hohe Gas- und Ölpreise treffen Haushalte direkt über steigende Heizkosten und könnten bei einem kalten Winter die Versorgungssicherheit gefährden.
Quellen
- Tagesschau Wirtschaft ↗
- Handelsblatt Finanzen ↗
- Handelsblatt Finanzen ↗
- WirtschaftsWoche ↗
- t-online Finanzen ↗
- n-tv Wirtschaft ↗
- Frankfurter Rundschau Wirtschaft ↗
- Frankfurter Rundschau Wirtschaft ↗
- Frankfurter Rundschau Wirtschaft ↗
- Frankfurter Rundschau Wirtschaft ↗
- Tagesspiegel Wirtschaft ↗
- Stern Wirtschaft ↗