Die Inflation im Euroraum ist im September auf 3,8 Prozent gestiegen – der höchste Stand seit September 2023 und stärker als von Analysten erwartet, die im Schnitt mit 3,5 bis 3,7 Prozent gerechnet hatten.
Haupttreiber sind die Energiepreise: Sie verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 18,8 Prozent, nach 14,3 Prozent im August. Als zentraler Grund gilt der Iran-Krieg, der Rohölpreise und Spritpreise an den Tankstellen in die Höhe treibt.
Auch andere Preiskategorien zogen an: Dienstleistungen wurden um 3,2 Prozent teurer (August: 3,0 Prozent), Lebensmittel, Alkohol und Tabak um 1,4 Prozent. Die Kernrate – also die Teuerung ohne Energie und Lebensmittel, die den längerfristigen Trend anzeigt – stieg leicht von 2,4 auf 2,5 Prozent.
Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnt, Unternehmen gäben die höheren Energiekosten zunehmend an Kunden weiter. VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel hält eine EZB-Zinserhöhung im Dezember für „so gut wie in Stein gemeißelt". Die EZB, die mittelfristig zwei Prozent Inflation anstrebt, hatte den Leitzins bereits im Juni und September angehoben.
In Deutschland lag die Inflationsrate im September bei 3,3 Prozent. Die Bundesregierung reagiert mit einem erneuten Tankrabatt von rund 17 Cent je Liter, gültig von Oktober bis Jahresende.
Energiepreise treiben Euroraum-Inflation auf Drei-Jahres-Hoch
Warum das wichtig ist
Wer heizt, tankt oder Dienstleistungen nutzt, zahlt spürbar mehr – und muss sich auf weiter steigende Kreditkosten einstellen, sollte die EZB die Zinsen erneut anheben.