Deutschlands öffentliche Haushalte haben im ersten Halbjahr 2026 ein Finanzierungsdefizit von 98,8 Milliarden Euro angehäuft – fast 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, als das Minus bei 58,5 Milliarden Euro lag. Das meldet das Statistische Bundesamt auf Basis seiner Kassenstatistik.
Der Grund: Einnahmen wuchsen um rund 2 Prozent, Ausgaben dagegen um rund 6 Prozent. Alle staatlichen Ebenen – Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung – schlossen die erste Jahreshälfte mit einem Minus ab. Den größten Brocken trägt der Bund mit einem Defizit von 72,3 Milliarden Euro, das sich damit mehr als verdoppelte. Zwei Entlastungsmaßnahmen drückten seine Steuereinnahmen um 3,1 Prozent: die Senkung der Stromsteuer für Industrie und Landwirtschaft sowie der Tankrabatt im Mai und Juni. Gleichzeitig stiegen die Zinsausgaben des Gesamthaushalts um mehr als ein Fünftel auf 31,2 Milliarden Euro. Die Kommunen verharren mit 20,1 Milliarden Euro Defizit auf dem höchsten Wert für ein erstes Halbjahr seit der Wiedervereinigung.
Staatsdefizit steigt auf 98,8 Mrd. Euro – Ausgaben wachsen dreimal so schnell...
Warum das wichtig ist
Steigende Zinsausgaben von 31,2 Milliarden Euro binden Geld, das sonst für Investitionen in Infrastruktur oder Sozialleistungen zur Verfügung stünde.