Steigende Ölpreise haben den deutschen Aktienmarkt unter Druck gesetzt. Der DAX schloss mit einem Minus von 0,6 Prozent bei rund 25.267 Punkten. Gleichzeitig hielten sich Anleger wegen des Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping zurück – bei Xis erster USA-Reise seit fast drei Jahren stehen Handels- und Technologiespannungen im Mittelpunkt.

Haupttreiber des Kursrückgangs war der Ölmarkt. Die Preise für Nordseeöl Brent und US-Öl WTI stiegen zeitweise um jeweils rund drei Prozent auf 106,50 beziehungsweise 94,67 Dollar je Fass. Hintergrund: Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über die Straße von Hormus – eine Schlüsselroute für den globalen Ölhandel – kommen nicht voran. Teureres Öl befeuert die Inflation und damit die Erwartung weiterer Zinserhöhungen. Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, schloss eine weitere Anhebung des US-Leitzinses in diesem Jahr nicht aus. Händler beziffern die Wahrscheinlichkeit dafür auf 71 Prozent.

Die Folge: Anleiherenditen kletterten auf Mehrjahreshochs. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen – also der Zinssatz, den Deutschland für Staatsschulden zahlt – erreichte mit 3,58 Prozent ein 17-Jahres-Hoch.