Deutschlands Wirtschaft wächst 2026 stärker als gedacht. Fünf führende Wirtschaftsforschungsinstitute – darunter ifo, DIW und IWH – heben ihre Prognose für das laufende Jahr auf 1,3 Prozent BIP-Wachstum an, das sind 0,7 Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr erwartet. Für 2027 rechnen sie mit 1,1 Prozent, für 2028 mit 0,4 Prozent.
Der Aufschwung hat jedoch einen Haken. „Die Wirtschaft hat sich robuster entwickelt als erwartet. Der Aufschwung steht jedoch auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten", sagt Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Gleichzeitig steigt die Inflation: Die Institute erwarten für 2026 eine Rate von 2,8 Prozent – und für 2027 sogar 3,2 Prozent. Höhere Sozialbeiträge und die kalte Progression, also die schleichende Steuermehrbelastung durch Inflation, drücken zusätzlich auf die Nettoeinkommen.
Für Haushalte bedeutet das konkret weniger Kaufkraft. Die Institute warnen ausdrücklich vor Kaufkraftverlusten durch steigende Energiekosten, die sich mit Verzögerung auf viele andere Preise übertragen.
Wirtschaftsinstitute heben Wachstumsprognose an – Inflation steigt weiter
Warum das wichtig ist
Wer 2027 mit 3,2 Prozent Inflation rechnen muss, verliert bei stagnierenden Löhnen spürbar an Kaufkraft – Alltagsausgaben für Energie, Lebensmittel und Dienstleistungen steigen weiter.