Die USA diskutieren ein Exportverbot für Dieselkraftstoff. Auslöser ist der rasant steigende Dieselpreis im Land: Laut der American Automobile Association kostete eine Gallone Diesel am 22. September umgerechnet rund 5,70 Euro – eine Woche zuvor waren es noch 5,48 Euro. Kraftstoffanalyst Patrick De Haan berichtet, dass nahezu alle US-Bundesstaaten neue Preisrekorde verzeichnen.

Das Nachrichtenportal Politico meldete, die US-Regierung bereite ein 90-tägiges Exportverbot vor. Das Weiße Haus dementierte dies, dennoch reagierten die Märkte sofort: US-Diesel verbilligte sich am Mittwoch um bis zu sechs Prozent, während europäische Futures – also Terminkontrakte auf künftige Lieferungen – um bis zu sieben Prozent stiegen. Am Folgetag stabilisierten sich die Preise wieder.

Für Europa wäre ein Exportstopp besonders problematisch, denn die USA gehören zu den wichtigsten Diesellieferanten des Kontinents. Verschärft wird die Lage durch die Hormus-Krise: Die blockierte Straße von Hormus, eine zentrale Ölhandelsroute im Persischen Golf, drosselt bereits jetzt die globalen Liefermengen. Experten warnen vor verheerenden Folgen – sowohl für Europa als auch für die USA selbst.