Der S&P 500 schloss am Freitag im Plus und hielt sich damit dicht unter seinem Rekordhoch. Doch das Bild täuscht: Die Kursgewinne stammen vor allem von einer Handvoll großer Technologiekonzerne – darunter Chiphersteller Nvidia. Der breite Markt läuft in die entgegengesetzte Richtung.
Das zeigt sich deutlich im Vergleich mit dem S&P 500 Equal Weight Index, der jedem der 500 Unternehmen dasselbe Gewicht von rund 0,2 Prozent gibt. Diese gleichgewichtete Variante verlor allein im September 4,4 Prozent. Der Abstand zum klassischen, von Mega-Konzernen dominierten Index ist damit ungewöhnlich groß. Im herkömmlichen S&P 500 bekommen Unternehmen mit hohem Börsenwert automatisch mehr Einfluss – steigen wenige Giganten, können sie die Schwäche Hunderter anderer Aktien überdecken.
Hintergrund der Bewegung sind auch schwache US-Arbeitsmarktdaten: Im September entstanden außerhalb der Landwirtschaft nur 29.000 neue Stellen – Ökonomen hatten mit 90.000 gerechnet. Enttäuschende Jobzahlen dämpfen die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed, was Technologieaktien kurzfristig stützt.
Wall Street steigt, doch die Rallye trägt nur wenige Aktien
Warum das wichtig ist
Wer in einen klassischen MSCI-World-ETF spart, hat oft über 70 Prozent US-Anteil – und profitiert oder leidet deshalb überproportional, wenn nur wenige US-Technologieriesen die Indexentwicklung bestimmen.