Zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren hat Galeria Insolvenz angemeldet. Der Antrag ging beim Amtsgericht Düsseldorf ein – diesmal als Regelinsolvenz, nicht als Verfahren in Eigenverwaltung. Das bedeutet: Ein extern bestellter Insolvenzverwalter übernimmt die Kontrolle, nicht das eigene Management. Rund 12.000 Beschäftigte bangen erneut um ihre Stellen. Die 83 Filialen bleiben vorerst geöffnet.

Investor Carsten Maschmeyer zieht eine klare Linie: Kein weiteres Steuergeld. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds hatte Galeria während der Corona-Krise mit 680 Millionen Euro gestützt. Davon seien laut Maschmeyer mindestens 500 Millionen Euro verloren. Die genaue Verlusthöhe steht allerdings erst nach Abschluss der Insolvenzverfahren fest. Maschmeyer rechnet vor, was mit dem Geld alternativ möglich gewesen wäre: 250 Start-ups fördern, 5.000 Lehrkräfte ein Jahr lang bezahlen oder mehr als ein Dutzend Schulen bauen.

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sieht das anders. Er fordert Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf, aktiv für eine Zukunft des Unternehmens und seiner Beschäftigten einzutreten.