Die sieben führenden Industriestaaten (USA, Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada, Japan) geben koordiniert 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel aus ihren Notfallreserven frei. Ein Barrel entspricht 159 Litern. Die Freigabe beginnt sofort und erstreckt sich über vier Monate – einen erheblichen Teil des Diesels wollen die G7 bereits in den ersten 20 Tagen auf den Markt bringen. Koordiniert wird die Aktion von der Internationalen Energieagentur (IEA).

Hintergrund ist der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, der den Rohölpreis der Sorte Brent seit Jahresbeginn um mehr als 60 Prozent in die Höhe getrieben hat – die Marke von 100 US-Dollar je Barrel wurde überschritten. Gleichzeitig setzten chinesische Raffinerien ihre Treibstoffexporte im Oktober aus, um heimische Vorräte zu sichern. Das verschärft den ohnehin angespannten Markt zusätzlich. Schon die G7-Ankündigung setzte die Großhandelspreise für Diesel unter Druck.

Ökonomen warnen jedoch vor zu hohen Erwartungen: Die Maßnahme sei allenfalls ein kurzfristiges Pflaster, solange die Lage im Nahen Osten angespannt bleibt.