Volkswagen hat zum 31. Dezember 2026 zehn seiner insgesamt 13 Haustarifverträge gekündigt – darunter den Manteltarifvertrag, der grundlegende Arbeitsbedingungen für mehr als 100.000 Beschäftigte in Deutschland regelt. Der Konzern begründet den Schritt mit wachsendem Kostendruck und strukturellen Marktveränderungen.
Personalvorstand Arne Meiswinkel verwies auf die zunehmende Konkurrenz chinesischer Hersteller, die mit günstigen Exporten den europäischen Markt unter Druck setzen. Die Kündigung soll Verhandlungsspielraum schaffen, um Tarifregeln anzupassen. Nicht betroffen ist der Zukunftstarifvertrag 2024, der die Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 festschreibt. Die IG-Metall-Forderung nach fünf Prozent mehr Entgelt lehnte Meiswinkel ab.
Gewerkschaft und Betriebsrat reagieren scharf. Betriebsratschefin Daniela Cavallo wirft dem Vorstand vor, die Belegschaft erpressen zu wollen. IG-Metall-Chef Thorsten Gröger spricht von einem „üblen Foul" und kündigt Widerstand an. Erste Auswirkungen der Kündigungen könnten ab Januar 2027 eintreten.
VW kündigt zehn Tarifverträge – Betriebsrat spricht von Erpressung
Warum das wichtig ist
Für die mehr als 100.000 VW-Beschäftigten in Deutschland könnten ab Januar 2027 schlechtere Konditionen bei Arbeitszeit, Zulagen und weiteren Arbeitsbedingungen gelten – sofern keine neuen Tarifverträge ausgehandelt werden.