Im ersten Halbjahr 2026 gingen bei den Verbraucherzentralen bundesweit mehr als 7.100 Beschwerden über Inkassounternehmen ein – 62 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 hat sich das Beschwerdeaufkommen sogar mehr als verdoppelt.

Der Hauptvorwurf ist dabei stets ähnlich: 61 Prozent der Beschwerden betreffen Forderungen, die Betroffene für unberechtigt halten. Konkret heißt das, sie kennen den Vertragspartner nicht, können die Forderung nicht nachvollziehen – oder haben die Ware längst zurückgeschickt beziehungsweise den Vertrag widerrufen. Felix Methmann vom Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert, dass Inkassounternehmen Forderungen nicht ausreichend begründen. Er fordert deshalb eine besser ausgestattete Inkassoaufsicht – also die Behörde, die Inkassodienstleister kontrolliert. Die Inkassoreform von 2021 habe zwar überhöhte Kosten eingedämmt, reiche aber nicht aus.

Die Beschwerdestatistik basiert auf rund 200 Beratungsstellen aller 16 Verbraucherzentralen und erlaubt keine direkten Rückschlüsse auf die Gesamtbevölkerung.