Die US-Wirtschaft hat im dritten Quartal stärker zugelegt als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt – also die Summe aller produzierten Güter und Dienstleistungen – stieg annualisiert um 3,4 Prozent, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Ökonomen hatten im Schnitt nur 3,2 Prozent prognostiziert. Im Vorquartal lag das Wachstum noch bei 2,2 Prozent.
Zwei Faktoren treiben die Konjunktur: der private Konsum und Investitionen in künstliche Intelligenz. Die Verbraucherausgaben zogen annualisiert um 3,8 Prozent an – trotz hoher Inflation und steigender Zinsen. Gleichzeitig warnt KfW-Experte Stephan Bales, dass KI-Investitionen zunehmend über Schulden finanziert werden, was die Wirtschaft anfälliger für Liquiditätskrisen mache. Dazu kommt: Der von der US-Notenbank Fed bevorzugte Inflationsindikator PCE-Deflator lag im September bei 3,6 Prozent – weit über dem Fed-Ziel von zwei Prozent. Die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel ausklammert, stieg auf 3,1 Prozent.
Märkte rechnen deshalb mit weiteren Zinserhöhungen. Analyst Bastian Hepperle fasst es so zusammen: „Robustes Wachstum, aber keine fantastische Welt."
US-Wirtschaft wächst um 3,4 Prozent – doch Warnsignale häufen sich
Warum das wichtig ist
Steigen die US-Zinsen weiter, verteuern sich Kredite weltweit – das trifft auch europäische Unternehmen und Sparer mit Dollar-Anlagen.