Christine Lagarde verlässt die Europäische Zentralbank knapp neun Monate früher als geplant. Die EZB-Präsidentin gab ihren Rückzug zum 7. Februar in einer Videobotschaft bekannt – eigentlich wäre ihre Amtszeit erst Ende Oktober ausgelaufen.
Als Grund nannte Lagarde, dass sie als Notenbankchefin nicht frei sprechen könne. Konkret geht es um die französischen Präsidentschaftswahlen im Frühjahr: Offenbar will sie verhindern, dass eine mögliche rechtspopulistische Regierung in Paris die Nachfolgesuche erschwert. In Notenbank- und Finanzkreisen wird damit gerechnet, dass die Verhandlungen zwischen den Euro-Staaten nun rasch Fahrt aufnehmen – eine Entscheidung könnte bereits im Dezember fallen. Lagarde selbst kokettierte damit, dass „deutlich bessere" Kandidaten bereitstünden.
Am selben Tag hielt die EZB den Einlagezins – den Referenzzinssatz für Spar- und Kreditzinsen – bei 2,5 Prozent. Gleichzeitig stellte Lagarde eine weitere Zinserhöhung im Dezember in Aussicht. Die Inflation im Euroraum liegt derzeit bei 3,8 Prozent, einem Drei-Jahres-Hoch.
EZB-Chefin Lagarde tritt am 7. Februar vorzeitig ab
Warum das wichtig ist
Eine Zinserhöhung im Dezember würde Kredite erneut verteuern – wer einen variablen Immobilienkredit hat, sollte die EZB-Sitzung am 18. Dezember im Blick behalten.