Der Krieg gegen den Iran lässt die Gewinne europäischer Ölkonzerne explodieren. Shell, TotalEnergies und Repsol meldeten für das dritte Quartal 2026 Milliardengewinne – jeweils mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum.

Shell erzielte einen bereinigten Quartalsgewinn von 10,8 Milliarden Dollar – der zweithöchste in der Unternehmensgeschichte. TotalEnergies kam auf gut 9 Milliarden Dollar, Repsol steigerte seinen Gewinn von 0,75 auf rund 2,7 Milliarden Euro. Treiber ist der Ölpreis: Brent-Rohöl kostete im dritten Quartal durchschnittlich mehr als 90 Dollar pro Barrel; aktuell sind es rund 113 Dollar. Vor Kriegsbeginn Ende Februar lag der Preis unter 70 Dollar. Gestörter Tankerverkehr in der Straße von Hormus – einer Meerenge, durch die ein Großteil des weltweiten Öls transportiert wird – verschärft die Lage zusätzlich.

Die Konzerne reagieren mit Aktienrückkäufen: Shell kauft eigene Aktien für 5 Milliarden Dollar zurück, TotalEnergies plant 2,5 Milliarden Dollar. Politisch wächst der Druck: Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und andere EU-Minister fordern eine Übergewinnsteuer auf EU-Ebene.