Der staatliche Tankrabatt ist am 30. Juni ausgelaufen und hat in seinen zwei Monaten Laufzeit die deutsche Inflation spürbar gedrückt: Im Juni sanken die Verbraucherpreise auf 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr – nach 2,6 Prozent im Mai und 2,9 Prozent im April. Ökonomen hatten eine unveränderte Rate erwartet.

Haupttreiber des Rückgangs sind sinkende Ölpreise infolge einer Entspannung im Iran-Konflikt. Energie verteuerte sich im Juni nur noch um 3,4 Prozent zum Vorjahr, nach 6,6 Prozent im Mai. Auch Frankreich meldete überraschend einen Rückgang auf 2,0 Prozent.

Vom Rabatt profitierten Verbraucher allerdings nicht vollständig: Laut einer Ifo-Berechnung kamen beim Diesel nur rund 12 der 17 Cent Steuersenkung an der Zapfsäule an. Das Bundeskartellamt bezeichnete die Studie als „gar nicht schlecht" und will Mitte Juli eigene Ergebnisse vorlegen.

Ab dem 1. Juli steigen die Spritpreise wieder – wegen der 12-Uhr-Regel, die Preiserhöhungen nur mittags erlaubt, erst ab Mittag. Der Tankstellenverband bft erwartet bis dahin einen Ansturm auf die Zapfsäulen.

Parallel sinkt der Preisdruck in der Wirtschaft: Die ifo-Preiserwartungen – der Saldo der Unternehmen, die Preise erhöhen wollen – fielen im Juni auf 26,4 Punkte, von 30,0 im Mai. Besonders energieintensive Betriebe meldeten deutlich weniger Preispläne.

Die EZB bleibt dennoch wachsam: Sie hob den Leitzins zuletzt auf 2,25 Prozent an und schließt weitere Erhöhungen nicht aus.