Die Bundesnetzagentur verpflichtet die Deutsche Bahn, Wettbewerbern auf stark ausgelasteten Fernverkehrsstrecken künftig zwischen 25 und 40 Prozent der Kapazitäten zu überlassen. Die zuständige Infrastrukturtochter DB InfraGo vergibt bisher Trassen – also Streckenrechte zu festen Zeiten – fast ausschließlich an die eigene Fernverkehrssparte. Das soll sich nun ändern.

Hauptnutznießer des Beschlusses ist das italienische Zugunternehmen Italo, das ab Frühjahr 2028 mit 30 Hochgeschwindigkeitszügen und 56 täglichen Verbindungen in Deutschland starten will. Geplant sind der Stundentakt auf der Strecke München–Frankfurt–Köln–Dortmund sowie ein Zwei-Stunden-Takt zwischen München, Berlin und Hamburg. Auch Flixtrain will auf denselben Strecken fahren. Netzagentur-Chef Klaus Müller begründete den Schritt damit, dass Wettbewerber bisher nicht verlässlich planen konnten, ob sie überhaupt genug Nutzungsrechte erhalten würden. Der Fernverkehr ist derzeit zu 95 Prozent in der Hand der Deutschen Bahn.

Die DB warnt, dass sie mit den Einnahmen aus lukrativen Schnellstrecken auch dünn besiedelte Regionen finanziert. Müssen diese Trassen abgegeben werden, könnten Verbindungen in der Fläche wegfallen.