Angesichts weltweit anziehender Inflation steigen die Zinsen – und damit auch die Erträge für Sparer, die ihr Geld auf Tagesgeldkonten parken.

In Deutschland kletterten die Großhandelspreise im September um 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – der stärkste Anstieg seit dreieinhalb Jahren. Haupttreiber sind die Folgen des Konflikts im Nahen Osten: Mineralölerzeugnisse verteuerten sich um 48,8 Prozent, Getreide und Futtermittel um 19,3 Prozent. Der Großhandel wirkt dabei als Zwischenstufe zwischen Herstellern und Endkunden – seine Preise schlagen verzögert auf die Verbraucher durch.

Die deutschen Verbraucherpreise stiegen im September bereits um 3,3 Prozent – der höchste Wert seit Ende 2023. Die EZB hat ihren Leitzins in diesem Jahr zweimal auf nun 2,50 Prozent angehoben; Ökonomen erwarten bis Jahresende einen weiteren Schritt auf 2,75 Prozent.

Für Sparer bedeutet das: Tagesgeld bringt Neukunden derzeit bis zu 4,25 Prozent, zweijähriges Festgeld bis zu 3,75 Prozent. Viele Angebote sind jedoch an Bedingungen geknüpft.

Ein Haken bleibt: Nach Abzug der Abgeltungssteuer – pauschal 25 Prozent auf Zinserträge – liegt die Nettorendite aller drei Varianten (Tagesgeld, Festgeld, Bundesanleihen) derzeit unter der Inflationsrate, sobald der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist.