EZB-Präsidentin Christine Lagarde schließt ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank am Anleihemarkt zugunsten Frankreichs aus. In einem CNN-Interview in Bangkok machte sie klar: Paris muss seine Haushaltsprobleme selbst lösen, nicht die Notenbank.

Frankreich steckt in einer schwierigen Lage. Die Renditen französischer Staatsanleihen – also die Zinsen, die der Staat für seine Schulden zahlt – sind zuletzt stark gestiegen. Investoren fürchten, dass politisches Gerangel vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr die Haushaltskonsolidierung blockiert. Lagarde räumte ein, dass Frankreich besonders stark von einem weltweiten Anleiheausverkauf betroffen sei – sieht die Lösung aber ausdrücklich in Paris: Die Regierung müsse die Anleger durch eine solide Haushaltspolitik beruhigen.

Spekulationen, die EZB könnte über ihr Transmission Protection Instrument (TPI) eingreifen – ein Programm zum unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen in Bedrängnis geratener Euro-Länder –, erteilte Lagarde damit eine klare Absage. Das TPI greift ohnehin nur, wenn ein Renditeanstieg als ungerechtfertigt und ungeordnet gilt.