Hohe Kraftstoffpreise treiben Regierungen und Verbände zu teils widersprüchlichen Maßnahmen – während Experten vor Schnellschüssen warnen.
Die deutsche Bundesregierung plant einen Spritpreisdeckel nach belgischem Vorbild. Ökonom Achim Wambach hält davon wenig: Solche Eingriffe könnten die Preise langfristig sogar erhöhen, statt sie zu senken. Er sieht die Ursache des Preisanstiegs vor allem bei den Raffinerien, deren Margen durch kriegsbedingte Schäden an Anlagen im Nahen Osten gestiegen sind – von nachgewiesenen Preisabsprachen der Mineralölkonzerne gebe es hingegen keine klare Evidenz.
Auch die seit 1. April geltende deutsche 12-Uhr-Regel – Tankstellen dürfen Preise nur einmal täglich, nämlich mittags, erhöhen – hat ihr Ziel verfehlt. Der ADAC und das Leibniz-Zentrum ZEW stellen fest, dass die Preisdifferenz im Tagesverlauf dadurch sogar gewachsen ist. ADAC-Verkehrspräsident Peter König fordert die Abschaffung der Regelung.
International prüft die US-Regierung einen Diesel-Exportstopp, um die heimischen Preise zu dämpfen. Diesel verteuerte sich in den USA zuletzt um rund 24 Prozent, Benzin kostete im Schnitt fast 50 Prozent mehr als vor Beginn des Iran-Kriegs. Ein Exportstopp hätte direkte Folgen für Europa, das die USA nach dem Wegfall russischer Lieferungen zu seinem wichtigsten Diesel-Lieferanten gemacht hat.
Spritpreise unter Druck: Deckel, Exportstopps und Regelversagen
Warum das wichtig ist
Autofahrer in Deutschland und Europa müssen kurzfristig mit weiter hohen Spritpreisen rechnen, da die diskutierten Gegenmaßnahmen entweder wirkungslos sind oder neue Risiken schaffen.
Quellen
- Zeit Wirtschaft ↗
- WirtschaftsWoche ↗
- Tagesspiegel Wirtschaft ↗
- Stern Wirtschaft ↗
- Tagesspiegel Wirtschaft ↗
- Stern Wirtschaft ↗
- n-tv Wirtschaft ↗
- Business Insider Wirtschaft ↗
- Business Insider Wirtschaft ↗
- Business Insider Wirtschaft ↗
- Welt Wirtschaft ↗
- Frankfurter Rundschau Wirtschaft ↗
- Frankfurter Rundschau Wirtschaft ↗