Das Rekord-Niedrigwasser im Rhein verteuert Benzin, Strom und Lebensmittel – und könnte die Inflationsrate um bis zu 0,5 Prozentpunkte anheben. Das erwartet Felix Schmidt von der Berenberg Bank. Aktuell liegt die Inflationsrate bei 2,8 Prozent.
Der Grund: Binnenschiffe können derzeit nur noch 400 bis 500 Tonnen laden, statt der üblichen 2.500 bis 3.000 Tonnen. Wer trotzdem transportieren will, zahlt entsprechend mehr. Die Frachtkosten für die Strecke Rotterdam–Karlsruhe sind von 45 Euro Ende Juni auf 150 bis 160 Euro pro Tonne gestiegen. Das Bundeskartellamt beobachtet deshalb ein deutliches Nord-Süd-Gefälle beim Spritpreis: Im Juli kostete E5 im Norden bis zu elf Cent pro Liter mehr als im Süden, bei Diesel waren es bis zu zehn Cent.
Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnt, dass der Inflationsdruck durch das Niedrigwasser weiter steige – zumal Raffinerien in Russland und den Golfstaaten kriegsbedingt bereits ausgefallen sind. Eine schnelle Entspannung ist laut Experten nicht in Sicht: Historisch steigen die Rheinpegel meist erst im November wieder deutlich an.
Rhein-Niedrigwasser treibt Spritpreise und Inflation nach oben
Warum das wichtig ist
Wer im Norden oder Westen tankt, zahlt derzeit bis zu elf Cent pro Liter mehr als Fahrer im Süden Deutschlands.