Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwartet keine schnelle Entlastung bei den Stromkosten. „Spürbare Entlastungen werden wir erst in den 2030er-Jahren sehen", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Frage, ob auch Verbraucher profitieren, antwortete sie knapp: „Mittelfristig, aber nicht kurzfristig."

Als Grund nennt Reiche die hohen Altlasten aus früheren Förderprogrammen. Der Bund gibt derzeit 17 Milliarden Euro jährlich für die EEG-Förderung aus – das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Ökostrom-Produzenten staatlich garantierte Vergütungen sichert. Besonders die EEG-Novelle von 2014 belaste den Haushalt noch heute, da ihre Förderzusagen 20 Jahre lang gelten. Das Kabinett hat deshalb eine EEG-Reform sowie ein Netzpaket beschlossen. Konkret sollen ab 2027 neue Solaranlagen unter 25 Kilowatt – also typische Dachanlagen – keine dauerhafte Förderung mehr erhalten. Außerdem soll künftig abgeregelter Strom, der wegen Netzengpässen nicht fließen kann, nicht mehr vergütet werden.

Kritik, ihre Reformen bremsten die Energiewende, wies Reiche zurück. Ihr Ziel sei „mehr Markt und weniger Dauerförderung".