Der sinkende Rohölpreis macht sich erstmals spürbar an deutschen Zapfsäulen: Superbenzin E10 verbilligte sich von Dienstag auf Mittwoch um bis zu 2,2 Cent auf rund 2,13 Euro pro Liter, Diesel sogar um bis zu 3,5 Cent auf rund 2,20 Euro.

Auslöser des Preisrückgangs sind Hoffnungen auf eine diplomatische Einigung im Iran-Konflikt. Marktbeobachter spekulieren auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus – einer strategisch wichtigen Meeresenge für den globalen Öltransport. Die Nordseesorte Brent rutschte dabei zeitweise unter die 80-Dollar-Marke, ein Rückgang von rund vier Prozent seit Dienstag.

Der ADAC kritisiert, dass die Preissenkung an der Zapfsäule zu zögerlich ausfällt: Angesichts des rückläufigen Rohölpreises hätte Benzin stärker nachgeben müssen – weiteres Senkungspotenzial sei vorhanden. Günstigster Tankzeitpunkt ist laut ADAC typischerweise der späte Vormittag.

Gleichzeitig warnt ExxonMobil-Chef Darren Woods vor zu großen Erwartungen: Knappe Raffineriekapazitäten – also die Verarbeitungsanlagen, die Rohöl in Kraftstoff umwandeln – entkoppeln Rohöl- und Zapfsäulenpreise zunehmend. Preise an der Tankstelle folgen dem Angebot an fertigen Kraftstoffen, nicht mehr direkt dem Rohölpreis.

Sollte eine Hormus-Einigung scheitern, droht eine rasche Trendumkehr: Als der vorherige US-Iran-Waffenstillstand am 8. Juli endete, stieg der Goldman Sachs Commodity Index innerhalb kurzer Zeit um mehr als zwölf Prozent.