Die Bundesregierung will die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abschaffen – aber nicht von heute auf morgen. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte in der RTL-Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz" Übergangszeiten an. Begründung: Die Rentenreformkommission selbst habe solche Fristen empfohlen.

Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) konkretisierte das gegenüber RTL und n-tv: Es werde „eine Zeit des Übergangs geben, bis das in Kraft tritt, und Härtefallregelungen für besondere Lebensläufe" – etwa für Menschen mit körperlich belastenden Berufen oder gesundheitlichen Einschränkungen. Gleichzeitig betonte Merz, an der grundsätzlichen Ausrichtung der Reform werde sich nichts ändern: Alle Anreize zur Frühverrentung sollen enden.

Auch die Fraktionschefs von Union und SPD, Thorsten Frei und Matthias Miersch, schlossen bei ihrer gemeinsamen Klausur in Münster Änderungen am Rentenkonzept nicht aus. Frei warnte jedoch vor voreiligen Eingriffen: Die 34 Punkte der Reform stünden „in einer Wechselbeziehung" und könnten das Gesamtpaket destabilisieren. Einen konkreten Zeitplan nannte die Koalition bislang nicht.