Deutsche Arbeitnehmer haben im zweiten Quartal 2026 real 1,5 Prozent mehr verdient als ein Jahr zuvor. Das meldet das Statistische Bundesamt. Grundlage: Die Nominallöhne – also die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen – legten um 4,1 Prozent zu, während die Verbraucherpreise um 2,5 Prozent stiegen. Die Differenz ergibt den realen Kaufkraftgewinn.
Besonders stark profitierten Geringverdiener. Das unterste Fünftel der Vollzeitbeschäftigten verzeichnete ein Nominallohnwachstum von 6,7 Prozent – deutlich mehr als das oberste Fünftel mit 3,3 Prozent. Auch Auszubildende (+6,0 %) und geringfügig Beschäftigte (+4,7 %) lagen überdurchschnittlich. Nach Branchen führten Land- und Forstwirtschaft (+8,9 %), Energieversorgung (+7,6 %) und Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+7,5 %). Schlusslicht war der Bereich Erziehung und Unterricht mit nur +2,4 Prozent – knapp unter der Inflationsrate.
Einschränkend weist Malte Lübker vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung darauf hin, dass der Jahresvergleich die vorangegangenen Kaufkraftverluste ausblendet. Gegenüber dem zweiten Quartal 2019 liegen die Reallöhne nur 0,6 Prozent höher.
Reallöhne steigen im 2. Quartal 2026 um 1,5 Prozent
Warum das wichtig ist
Wer im untersten Lohnsegment arbeitet, hat im Jahresvergleich real rund 4 Prozent mehr Kaufkraft gewonnen – nach Abzug der Inflation.