Nach monatelangen Verhandlungen haben Verdi und die Arbeitgeber im nordrhein-westfälischen Einzelhandel einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen. Die Gehälter steigen in zwei Schritten: drei Prozent ab sofort, weitere zwei Prozent ab Mai 2027 – insgesamt also fünf Prozent. Der Vertrag läuft 25 Monate.
Für die unteren Lohngruppen bedeutet das konkret: Ab August 2026 gilt ein Mindeststundenlohn von 14,20 Euro, ab Mai 2027 dann 14,90 Euro – und damit 30 Cent mehr als der gesetzliche Mindestlohn von 14,60 Euro. Auch Auszubildende profitieren: Ihre Vergütungen steigen ebenfalls um insgesamt fünf Prozent und werden anschließend auf zehn Euro pro Stunde gerundet. Es ist der erste Tarifabschluss seit Beginn der bundesweiten Verhandlungen im Frühjahr. Beide Seiten rechnen damit, dass er Signalwirkung für andere Tarifgebiete entfaltet.
In NRW arbeiten rund 700.000 Menschen im Einzelhandel, bundesweit sind es etwa 3,4 Millionen. Allerdings sind nur 23 Prozent der Branchenbeschäftigten bei einem tarifgebundenen Arbeitgeber angestellt – deutlich weniger als der gesamtwirtschaftliche Schnitt von 49 Prozent.
Verdi einigt sich mit NRW-Einzelhandel auf 5 Prozent mehr Lohn
Warum das wichtig ist
Wer im NRW-Einzelhandel in einem tarifgebundenen Betrieb arbeitet, bekommt bereits diesen Monat drei Prozent mehr Gehalt – bei einem Bruttomonatslohn von 2.000 Euro wären das 60 Euro zusätzlich.