Trumps Ablehnung eines iranischen Vorschlags zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus – einer für Energietransporte zentralen Meerenge – hat den Ölpreis zum Wochenauftakt kräftig angetrieben: Nordsee-Rohöl Brent verteuerte sich um mehr als drei Prozent auf zeitweise 107,51 Dollar je Barrel, US-Leichtöl WTI stieg auf 95,16 Dollar.
Der DAX zeigte sich trotzdem stabil und notierte rund 0,3 bis 0,4 Prozent im Plus bei etwa 25.450 bis 25.490 Punkten. Marktanalysten warnen jedoch vor anhaltender Anspannung: Stagflationsrisiken – also gleichzeitig hohe Inflation bei schwachem Wachstum – und geopolitische Unsicherheiten lassen Anlegern wenig Spielraum.
In Italien reagieren Energiekonzerne mit Preisdeckeln: Eni begrenzt Diesel auf maximal 2,19 Euro und Benzin auf 1,99 Euro je Liter. Der aserbaidschanische Staatskonzern SOCAR, der Italiana Petroli (IP) im Mai übernommen hat, plant ähnliche Obergrenzen im IP-Netz. Die Maßnahmen gelten zunächst für 30 Tage, könnten aber bis Jahresende verlängert werden.
Auch der Heizölmarkt spiegelt die Lage wider: Nach einem Rekord von 177,58 Euro je 100 Liter Mitte September sank der Preis bis Ende der Woche auf 168,24 Euro – bleibt aber deutlich über dem Jahreshoch von April (153,26 Euro).
In Deutschland plant die Bundesregierung ab Oktober einen Tankrabatt von rund 17 Cent je Liter, Preise unter zwei Euro gelten laut Experten dennoch als unrealistisch.
Ölpreissprung belastet Märkte – Europa deckelt Spritpreise
Warum das wichtig ist
Autofahrer, Heizölkunden und Anleger müssen sich auf anhaltend hohe Energiekosten einstellen – staatliche Entlastungen dämpfen den Anstieg, heben ihn aber nicht auf.