Der Ölpreis hat die Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) überschritten – ein Anstieg von mehr als 30 Prozent binnen eines Monats, ausgelöst durch die Eskalation des Iran-Krieges und Bedrohungen zweier zentraler Schifffahrtsrouten: der Straße von Hormus und des Roten Meeres.
Analysten warnen, dass der eigentliche Schock größer ist als der Rohölpreis vermuten lässt. Transport- und Raffinierungskosten steigen laut Mizuho-Stratege Vishnu Varathan noch schneller als Brent-Öl selbst – mit direkten Folgen für Diesel-, Benzin- und Kerosinpreise. An deutschen Tankstellen nähern sich die Preise bereits früheren Höchstständen.
JPMorgan beziffert den Preiseffekt weiterer Lieferunterbrechungen auf sieben bis acht Dollar je Barrel und Monat. Gleichzeitig prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA) für 2026 einen globalen Ölüberschuss von bis zu vier Millionen Fass täglich – weil OPEC+-Länder Produktionskürzungen abbauen und die USA, Guyana und Brasilien ihre Förderung steigern.
Die Turbulenzen treffen die Finanzmärkte unterschiedlich: Asiens technologielastige Börsen brachen ein – der südkoreanische Kospi verlor 5,5 Prozent, der japanische Nikkei fast drei Prozent. Der DAX stabilisierte sich dank starker SAP-Quartalszahlen und schloss mit 1,4 Prozent Plus bei 25.099 Punkten.
Die EZB hält ihren Einlagenzins vorerst bei 2,25 Prozent, beobachtet aber die durch Energiepreise angeheizte Inflation im Euroraum genau.
Ölpreis über 100 Dollar treibt Märkte weltweit in Turbulenzen
Warum das wichtig ist
Steigende Spritpreise belasten Pendler und Unternehmen direkt, während die Inflationsgefahr Zinserhöhungen und damit teurere Kredite wahrscheinlicher macht.