Der Ölpreis der Nordseesorte Brent stieg am Donnerstag erstmals seit zwei Monaten wieder über 100 US-Dollar je Barrel – und zog die Anleiherenditen diesseits und jenseits des Atlantiks mit nach oben.

In Deutschland kletterte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen – also der jährliche Zinsertrag, den Investoren für das Verleihen von Geld an den Staat erhalten – zeitweise auf 3,21 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 2011. Auch die zweijährige Bundesanleihe legte auf 2,88 Prozent zu. In Frankreich erreichte die zehnjährige Rendite 4,0 Prozent, den höchsten Wert seit 2009; Italien verzeichnete 4,04 Prozent. Hintergrund: Investoren rechnen damit, dass die EZB ihren Leitzins wegen steigender Energiepreise weiter erhöht.

In den USA sprang die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf 4,71 Prozent – höchster Stand seit Januar 2025. Die 30-jährige US-Anleihe notierte mit 5,18 Prozent so hoch wie zuletzt 2007. Beide Märkte signalisieren damit wachsende Inflationssorgen.