Russlands Zentralbank hat den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 14,00 Prozent gesenkt. Zentralbankpräsidentin Elwira Nabiullina begründete den Schritt mit der Absicht, die schwächelnde Wirtschaft zu stützen. Den gestiegenen Preisdruck stuft sie als vorübergehend ein.

Die Wirtschaftslage ist angespannt: Zu Jahresbeginn schrumpfte die russische Wirtschaft um 0,2 Prozent, im zweiten Quartal wuchs sie nur moderat. Für das Gesamtjahr rechnet die Zentralbank bestenfalls mit einem Wachstum von 1,0 Prozent, möglicherweise aber nur mit Stagnation. Gleichzeitig liegen die Verbraucherpreise 6,0 Prozent über dem Vorjahresniveau – deutlich über dem von Präsident Putin angestrebten Zielwert von 4,0 Prozent. Der Spritpreis hat seit Jahresbeginn sogar um 16 Prozent zugelegt, auch weil ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien die Versorgung beeinträchtigten.

Russische Unternehmen reagierten verhalten auf die Entscheidung. Der Vizepräsident des Russischen Verbands der Industriellen und Unternehmer, Alexander Murytschew, betonte, die Kreditkosten blieben trotz der Senkung hoch. Die Zinssenkung sei zwar ein positives, aber eher symbolisches Signal.